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Institut für Lebensmittelhygiene, Zentrum für Veterinary Public Health

Unsere Einrichtung zeichnet für die theoretische und praktische Ausbildung (Lehre) von Studierenden der Veterinärmedizin nach TAppV sowie von Tierärztinnen und Tierärzten (Fort- und Weiterbildung) für die Fachgebiete Lebensmittel-, Fleisch-und Milchhygiene verantwortlich.

Zielstellung unserer Forschung ist die Sicherung eines hohen Verbraucherschutzniveaus. Neben erregerbasierter Grundlagenforschung hat unser Institut ein mikrobiologisch-technologisch orientiertes Forschungsprofil. Insbesondere werden klassische und neue Herstellungstechnologien geprüft, um Risiken durch Lebensmittel übertragbare Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Parasiten) sowie verderbnisauslösende Mikroorganismen in Lebensmitteln zu minimieren.

Für Forschungszwecke und die Untersuchungen von Gegen- und Eigenkontrollproben lebensmittelverarbeitender Betriebe (Dienstleistung) stehen sowohl mikrobiologische, als auch molekularbiologische und chemische Labore zur Verfügung. Ausgewählte Leistungen sind von der DAkkS nach DIN EN ISO / IEC 17025:2005 akkreditiert. Zusätzlich gibt es eine nach EU-Recht zugelassene Wurstmanufaktur.

 

Prof. Dr. P.G. Braun (Institutsdirektorin)

 


Neuigkeiten aus dem Institut:

  • BMBF-Verbundprojekt NovAL gestartet: Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe aus Algen

Mikroalgen stellen eine vielversprechende, doch bisher unzureichend genutzte Quelle für die Produktion essentieller Nährstoffe, wie Omega-3-Fettsäuren, dar. Um neue Algenarten und Verarbeitungstechnologien zu erschließen, wurde von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gemeinsam mit den Universitäten Jena und Leipzig sowie der Hochschule Anhalt im Rahmen des Kompetenzclusters nutriCARD das Verbundprojekt „NovAL“ initiiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt drei Jahre lang mit 1,2 Millionen Euro.

Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit circa 400.000 bis 500.000 Algenarten gibt. Davon sind jedoch lediglich 43.000 Algenarten wissenschaftlich beschrieben. Industriell kultiviert werden bisher nicht mehr als 20 Arten. „Vor diesem Hintergrund verfolgt unser Projekt das Ziel, bisher ungenutzte Algenarten als Quelle für die Produktion von wertvollen gesundheitsfördernden Nährstoffen in Lebensmitteln zu nutzen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Stangl von der MLU, die das Projekt koordiniert.

Gegenwärtig stellen Fische und Meeresfrüchte die wichtigste Quelle für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren dar. Weltweit steigt der Bedarf an diesen Nährstoffen jedoch weiter, während ein Großteil der weltweiten Seefischbestände bereits jetzt übernutzt ist. „Zudem ist die Aufbereitung der Fischöle, zum Beispiel die Entfernung unerwünschter Duft- oder Giftstoffe, aufwändig und schränkt ihre Nutzung in der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie ein“, so Stangl weiter. Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen stellen aus diesem Grund eine vielversprechende Alternative zur marinen Gewinnung dar.

Basierend auf umfangreichen Nährstoffanalysen sollen dabei Algenarten ausgewählt werden, die insbesondere reich an langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Vitamin D sowie Carotinoiden sind. Die Analysen dazu führen Ernährungswissenschaftler an der MLU sowie der Uni Jena durch. An der Hochschule Anhalt in Köthen erfolgen die Auswahl und die Produktion der potentiellen Algenstämme. In Jena wird zudem eine Humanstudie durchgeführt, um zu bewerten, wie gut der menschliche Körper die Inhaltsstoffe aufnehmen und verarbeiten kann. Am Institut für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig überprüfen Forscher verschiedene Verarbeitungsverfahren, um die Unbedenklichkeit der Rohstoffe zu gewährleisten. Die Entwicklung von neuen Lebensmitteln erfolgt dann in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Verbundprojekt im Rahmen des Förderschwerpunkts „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“.

Der Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) bündelt die Aktivitäten im Bereich der grundlagennahen und der angewandten Ernährungsforschung der im mitteldeutschen Universitätsbund kooperierenden Universitäten Jena, Leipzig und Halle-Wittenberg. Dieser wird ebenfalls vom BMBF gefördert. Ziel ist, effiziente Konzepte für eine nachhaltige Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln und diese in die Bevölkerung zu tragen.

Kontakt:
Dr. Toni Meier
Innovationsbüro nutriCARD
Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Weinbergweg 23
06120 Halle (Saale)

Tel: 0345 55 22 650
Mail: toni.meier@nutricard.de

  • Ministerpräsident Tillich begeistert von nutriCARD

nutriCARD hat wieder einen prominenten Fan mehr. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zeigte sich bei einer Verkostung von herkömmlicher und herzgesünderer Leberwurst begeistert von dem an der Universität Leipzig entwickelten Produkt. Nur 40 g der herzgesünderen Wurst deckt den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren. „Die schmeckt besser“, sagte er bei einer Produktpräsentation bei der Agrargenossenschaft Laas eG (Landkreis Nordsachsen). Prof. Dr. Peggy G. Braun (Institut für Lebensmittelhygiene) und Dr. Tobias D. Höhn (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft) stellten im Rahmen der Sommertour des Ministerpräsidenten das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Ernährungscluster nutriCARD der Universitäten Halle, Jena und Leipzig vor.

Die Agrargenossenschaft Laas bietet derzeit die nutriCARD-Wurst in ihrem Hofladen an. Auch die übrigen Gäste, unter anderem Landrat Kai Emanuel, der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt sowie der Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg, David Schmidt, griffen beherzt zu und zeigten sich interessiert an dem Forschungsprojekt für eine gesündere Ernährung der Bevölkerung und bessere Verbraucherinformation. 

Text und Fotos: Dr. Tobias D. Höhn

 

Foto 1: Prof. Dr. Peggy G. Braun erklärt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Vorteile der herzgesünderen nutriCARD-Leberwurst; mit Fleischer Tobias Möbius von der Agrargenossenschaft Laas eG.

 

Foto 2: Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Laas, Dietmar Wiesner, Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Landrat von Nordsachsen, Kai Emanuel.

 

Foto 3: Die an der Universität Leipzig entwickelte nutriCARD-Wurst wird derzeit im Hofladen der Agrargenossenschaft Laas eG angeboten. nutriCARD präsentierte sich dort im Rahmen der Sommertour des sächsischen Ministerpräsidenten. Von links: Vorstandsvorsitzender Dietmar Wiesner, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Sylke Hesse, Prof. Dr. Peggy G. Braun und Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

  • Wissenschaftsministerin Stange lobt Ernährungscluster nutriCARD

Die sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange gratulierte der Universität Leipzig zu ihren Forschungserfolgen in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenzcluster nutriCARD. Das gemeinsam mit den Universitäten Halle und Jena betriebene Ernährungscluster sei ein Leuchtturmprojekt des Universitätsbundes und bündele die Kompetenzen der drei Universitäten auf vorbildliche Weise. „Das Projekt untersucht den Einfluss von Nahrungsmitteln auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen des Menschen und entwickelt als eine Säule Lebensmittel mit reduziertem Fett- und zukünftig mit niedrigeren Zucker- und Salzgehalten. Mit der Entwicklung, Bewertung und Vermarktung herzgesünderer Lebensmittel leisten die Forscher einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung, Heilung und Aufklärung von Zivilisationskrankheiten“, betonte die Ministerin.

Bei einem Arbeitsbesuch an der Universität Leipzig überzeugte sich die Ministerin jüngst von der Arbeit des Instituts für Lebensmittelhygiene, des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health sowie des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Seit Mai 2015 arbeiten an der Universität Leipzig Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen an der Erforschung herzgesünderer Lebensmittel und der Verbesserung der Verbraucherkommunikation.

Zu einem Meilenstein zählt die Entwicklung und Bewertung herzgesünderer Wurstsorten, ausgehend von überdurchschnittlich vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Ostdeutschland und dem außerordentlich hohen Verzehr dieser Warengruppen. Hergestellt wird die optimierte nutriCARD-Wurst in der "Wurstmanufaktur Leipzig" in der Veterinärmedizinischen Fakultät. Bei der Besichtigung der Produktionsräume überzeugten sich unter anderem die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, der Prorektor für Entwicklung und Transfer, Prof. Dr. Thomas Lenk, sowie der Prodekan der Veterinärmedizin, Prof. Dr. Dr. Thomas Vahlenkamp, vom guten Geschmack fettärmerer Produkte.

„Mit einem vergleichsweise kleinen Stamm von Mitarbeitern ist es uns gelungen, dem Ziel des Clusters einen wichtigen Schritt näher zu kommen: die Ernährung der Bevölkerung zu verbessern“, sagt Prof. Dr. Peggy Braun, Direktorin des Instituts für Lebensmittelhygiene und Mitglied des nutriCARD-Steering-Committees.

Die Forschung im Rahmen des Ernährungs-Clusters nutriCARD ist eingebunden in die nationale Reduktionsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die sich für weniger Salz, Zucker und Fett in Lebensmitteln stark macht. Die Einstellung der Bevölkerung zu derartigen kardioprotektiven Lebensmitteln wurde in einer repräsentativen Umfrage erhoben. Eine zweite Säule des Standorts Leipzig bildet die Ernährungskommunikation. Hier offenbarte sich die Skepsis vieler Menschen gegenüber der Medienberichterstattung über Ernährung und Lebensmittel. „Wenn es um gesundheitsbewusste Ernährung geht, vertrauen die Menschen den Medien etwa genauso sehr wie den Herstellerangaben. Die Verbraucher sind hochgradig verunsichert“, sagt Dr. Tobias Höhn vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Dies ist nur ein Ergebnis einer von ihm durchgeführten deutschlandweiten Online-Befragung unter jungen Familien, Schwangeren und Paaren mit Kinderwunsch.

Die erste Förderphase mit knapp fünf Millionen Euro des BMBF-Projektes für alle drei Standorte endet im April 2018. Derzeit läuft die Vorbereitung auf die Beantragung der zweiten Förderphase. „Ich wünsche mir im Interesse der engagierten Wissenschaftler, der Universität, aber auch des Universitätsbundes, dass der Kompetenzcluster eine weitere Förderung erreicht“, sagt die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking. Das bisher Erreichte und die angedachten zukünftigen Forschungsprojekte hätten es verdient, dass nutriCARD auch über 2018 hinaus gefördert werde, zumal der Wissenstransfer in die Bevölkerung genauso wie in die regionale Wirtschaft schon jetzt deutlich werde.

Der Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) möchte die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessern. Dazu bündeln die Universitäten Halle, Jena und Leipzig sowie weitere regionale Projektpartner ihre wissenschaftliche Expertise. Das in der ersten Förderphase bis April 2018 angelegte Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. nutriCARD verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und zielt schwerpunktmäßig auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rund 40 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen arbeiten unter anderem an der Erforschung der Mechanismen ernährungs- und altersbedingter Erkrankungen und der Entwicklung herzgesunder Lebensmittel. Darüber hinaus soll das Ernährungswissen und -verhalten der Bevölkerung durch Kommunikation und Verbraucherschulung langfristig verbessert werden. 

Text: Dr. Tobias D. Höhn

 

Foto 25: Die sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange und die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking lassen sich von Dr. Tobias D. Höhn, Dr. Claudia Wiacek und Prof. Dr. Peggy G. Braun (von links) über den Forschungsfortschritt im Kompetenzcluster nutriCARD am Standort Leipzig informieren. 

 

Foto 29: In der „Wurstmanufaktur Leipzig“ in der Veterinärmedizinischen Fakultät entstehen herzgesünderen Lebensmittel, u.a. mit reduziertem Fettgehalt. Prof. Dr. Peggy G. Braun (Mitte) stellte die Produkte der sächsischen Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (rechts) und Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking vor.

Fotos: Peter Endig

 

Kontakt:

Professor Dr. med. vet. habil. Peggy G. Braun

Direktorin des Instituts für Lebensmittelhygiene, Mitglied des nutriCARD-Steering-Committees

Veterinärmedizinische Fakultät

Tel: +49 (0) 341 97 38 220     

E-mail: pbraun@vetmed.uni-leipzig.de    

 

Dr. Tobias D. Höhn

Projektleiter Kommunikation & Medien nutriCARD Leipzig

Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft

Tel: +49 (0) 172 8121680

E-Mail: hoehn@uni-leipzig.de

 

  • Leipziger Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist informiert sich über Ernährungscluster nutriCARD:
Die Politik ist auf den Geschmack von nutriCARD gekommen. Bei einem Besuch am nutriCARD-Standort Leipzig infomierte sich der Leipziger Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Feist im Juli über die Fortschritte in der Entwicklung und Bewertung herzgesünderer Lebensmittel. Nach einer Präsentation der Forschungsergebnisse durch Prof. Dr. Peggy G. Braun (Institut für Lebensmittelhygiene) und Dr. Tobias Höhn (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft) testete er eine der an der Universität Leipzig entwickelten Wurstsorten. Sein Urteil: "Hervorragend gelungen: Gesund und lecker." Der Politiker zeigte sich sehr interessiert an den Arbeiten der Wissenschaftler, insbesondere im Bereich kardioprotektiver Lebensmittel und besserer Verbraucherkommunikation. "Neugier und Erfindungsgeist machen den Charme des Landes Sachsen und seiner Bewohner aus", sagte er. Feist sicherte zu, sich für nutriCARD auf Bundes- und Landesebene einzusetzen.
 
                  
              (Text & Fotos: Dr. Tobias D. Höhn)
 
  • Das Institut für Lebensmittelhygiene ist seit dem 01.07.2017 als DVG-Konsiliarlabor für den Erreger Alaria alata anerkannt [link].
  • zusätzliche Akkreditierung von ausgewählten chemischen Untersuchungen, wie z. B. Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate in Milch- und Fleischerzeugnissen
  • Informationen zum BMBF Kompetenzcluster "nutriCARD" unter http://www.nutricard.de/
  • Impressionen vom Lehr- und Versuchsgarten der Fakultät [Galerie 1] [Galerie 2] [Galerie 3]